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Regenwassernutzung und Versickerung

Die Ermittlung der Versickerungsfähigkeit, Konzeption und Bemessung der Anlagen gehört seit Jahrzehnten für Einzelmaßnahmen und großflächige Baugebiete zum Arbeitsbereich der BGI.

Beispielprojekt: Hotel Rheinresidenz Wesel

Foto: Dachflächen
Dachflächen
Foto: abgedichteter Teich
abgedichteter Teich
Foto: Sickermulde
Sickermulde
Foto: Parkflächen
Parkflächen

Das Wasser der Dachflächen wird in einen abgedichteten Teich geleitet. Wassermengen aus Stark- und "Landregen" werden im Teich zwischengespeichert und gelangen über eine Überlaufschwelle in eine Sickermulde und eine darunter angebrachten Rigole. Die Parkflächen sind durch wasserdurchlässiges Pflaster durchlässig ausgebildet worden, damit eine Konzentrierung von Wassermengen vermieden werden kann.

Regenwasserversickerung

Durchlässigkeit des Untergrundes

Das wesentliche Kriterium für die Funktionsfähigkeit einer Versickerungsanlage ist die ausreichende Durchlässigkeit des anstehenden Untergrundes, ausgedrückt durch den Durchlässigkeitsbeiwert kf. Er sollte in einem Bereich von kf = 1x10-3 m/s bis 1x10-6 m/s liegen. Bei den unteren Grenzwert (kf= 1x10-6 m/s) ist noch eine technisch sinnvolle Entleerungszeit der Versickerungsanlage gegeben.

Bei einer geringen Durchlässigkeit können kombinierte Systeme zum Einsatz kommen, die neben der Versickerung auch der (Zwischen)Speicherung, Regenwassernutzung und bei unzureichender Vorflut gedrosselter Ableitung beinhalten.

Die Ermittlung der Bodendurchlässigkeit sollte vorwiegend durch Versickerungsversuche im “gewachsenen” (ungestörtem) Boden erfolgen.

Die Sickerfläche muss sichtbar sein, Regen-Wurmlöcher oder Mausegänge haben einen durchschlagenden Einfluß auf das Meßergebnis.

Versickerungsversuche über ein Standrohr sind aufgrund der Unkontrollierbarkeit abzulehnen.

Daneben sind auch Bestimmungen des Durchlässigkeitsbeiwertes im Labor nach der Entnahme von Bodenproben vor Ort möglich und sinnvoll. Die Untersuchungen werden von unserem Bohrtrupp ausgeführt.

Vorschalten von Filtern

Foto: Filter verschmutzt
Filter verschmutzt
Foto: Filter sauber
Filter sauber
Foto: Filter nach 6 Monaten
Filter nach 6 Monaten

Ein häufig unterschätzter Einfluß auf die Dauerhaftigkeit der Versickerungsanlage ist der Eintrag von Feinteilen (Staub, Moos, tote Vögel) von den Dachflächen, der die Versickerungsleistung nach einiger Zeit stark drosselt. Daher ist die Vorschaltung eines (natürlichen oder technischen) Filters unbedingt erforderlich.

Die natürliche Reinigung des Niederschlagswassers erfolgt überwiegend in den oberen, belebten Bodenschichten. Daher sollte bei der Wahl der Versickerungs­anlage darauf geachtet werden, daß diese Bodenschichten in den Versickerungsprozeß mit einbezogen werden.

Bei der Bodenpassage werden Schmutzstoffe gut zurückgehalten und zum Teil abgebaut.

Bodenlebewesen und Pflanzenwachstum (Wurzeln und Triebe) sorgen für eine Auflockerung und Durchlüftung und verhindern so eine Ausbildung eines wasserundurchlässigen Schlammkuchens.

Mulden-Rigolen-System

Ein Mulden-Rigolen-System besteht aus einer sichtbaren Mulde und einer darunter angeordneten Rigole. Früher bestand die Rigole überwiegend aus Kies oder Blähton, heute werden zunehmend Kunststoffhohlkörper eingesetzt, da sie ein deutlich höheres Speichervolumen aufweisen.

Bei der Anlage eines Mulden-Rigolen-Systems ergeben sich folgende Vorteile gegenüber einer einzelnen Mulde:

  • Das Niederschlagswasser wird durch den Erdkörper über den Rigolengräben vorgereinigt.
  • Die Muldenfläche über der Rigole kann kleiner ausgebildet werden.
  • Das Mulden-Rigolensystem weist bei Frost eine größere Sicherheit auf. Bei Vereisung (Frost) der Geländeoberfläche kann das Schmelzwasser über den Überlauf in die Rigole gelangen und dort versickern.
  • Das Mulden-Rigolensystem weist ein größeres Speichervolumen auf und wirkt damit stark ausgleichend auf den Wasserhaushalt in der Baufläche / im Baugebiet.

Die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Versickerung des Regenwassers lassen sich vielfältig kombinieren. Außerdem lassen sich einige der vorgestellten Systeme entsprechend den gestalterischen bzw. technischen Erfordernissen durch Zisternen zur Brauchwasser­nutzung/Gartenbewässerung, Feuchtbiotope, offene Wasserflächen und Wasserpumpen auf Kinderspielplätzen ergänzen.

Einige schöne Beispiele u.a. aus Warstein /St. Pohler St. sind hier zu sehen: