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Erläuterung des Begriffs "Baugrund"

Baugrund = Boden + Fels

Fels

Unter Fels versteht man die verschiedenartigsten Festgesteine, die sich nach ihrer Entstehung wie folgt einteilen lassen:

  • aus Schmelzen entstandene Magmatische Gesteine, z.B. Granit, Basalt
  • durch hohe Temperaturen und Drücke umgewandelte Gesteine (Metamorphe Gesteine), z.B. Gneis, Glimmerschiefer
  • durch Ablagerungen entstandene Sedimentgesteine:
    • Chemische Sedimentgesteine, z.B. Kalkstein
    • klastische, durch Bindemittel verfestigte Sedimentgesteine, z.B. Sandstein
    • durch Überlagerung aus bindigen Lockersedimenten entstandene Gesteine, z.B. Schieferton.

Aus dem Einfluß von Spannungen in der Erdkruste resultieren Scherbrüche (Verwerfungen, Klüfte) und duktile Verformungen (Faltung, Verbiegung). Deshalb ist der Fels im allgemeinen durch Klüfte und Spalten zerteilt.

Foto: Kluftwasseraustritt
Kluftwasseraustritt

In den Trennflächen befinden sich Wasser, Luft, Verwitterungsprodukte oder eingeschwemmte, meist feinkörnige Kluftfüllungen. Im Bild Kluftwasseraustritt. Durch Eisbildung im Winter sichtbar; im Sommer durch Verdunstung häufig nicht sichtbar!

Oftmals können spiegelglatte Trennflächen vorhanden sein.

Die Festigkeit eines Felsens hängt daher weniger von der Mineralzusammensetzung des Gesteins als von der Art, Lage und räumlichen Anordnung der Trennflächen ab.

Darüber hinaus können auch natürliche oder künstliche Hohlräume eine Rolle spielen.

Boden

Nichtbindige Böden

Zu den nichtbindigen Böden gehören Steine, Kies und Sand mit Korngrößen von mehr als 0,063 mm. Kies und Sand werden noch in die Gruppen fein, mittel und grob unterteilt. In der Natur treten häufig Mischungen verschiedener Korngrößen auf, z.B. als sandiger Kies oder als kiesiger Sand. Besteht ein Boden im wesentlichen nur aus einer Korngröße, dann weist er einen großen Anteil an Hohlräumen auf. Er ist dann sehr gut wasser- und luft-durchlässig und kann als Grundwasserspeicher theoretisch bis zur Hälfte seines Volumens Wasser enthalten.

Bindige Böden

Bei rein bindigen Böden sind die einzelnen Bestandteile im Unterschied zu den nichtbindigen Böden nicht mehr mit dem Auge sichtbar. Man unterteilt sie in Schluff und Ton. Reine Schluffböden sind Löß und Beckenschluff; zu den Tonböden zählen Beckenton und verwitterte Tongesteine. Bindige Böden kommen häufig zusammen mit Sand und Kies als gemischtkörnige Böden vor, z.B. als Lehm, lehmiger Sand, lehmiger Kies, Geschiebemergel, Geschiebelehm, Auelehm oder Sandlöß.

Organische Böden

Im Gegensatz zu Fels, nichtbindigen und bindigen Böden sind bei der Entstehung der organischen Böden abgestorbene Pflanzen oder Tiere beteiligt gewesen. Man kann die organischen Böden in zwei Gruppen einteilen:

  • Bei den rein organischen Böden ist der Mineralanteil so gering, daß sie bei Erhitzung verbrennen und nur geringe Mengen von Asche hinterlassen. Dies ist z.B. der Fall bei Torf, Braunkohle und Steinkohle.
  • Bei den organisch verunreinigten nichtbindigen oder bindigen Böden überwiegt zwar der Mineralanteil, die bodenmechanischen Eigenschaften werden aber stark von den organischen Bestandteilen bestimmt. Dies gilt z.B. für Muttererde, Faulschlamm und Klei.